GOLD!

Es ist ein ganz besonderes Stück und auch ästhetisch außergewöhnlich: eine Sängerin und ein Schlagzeuger spielen gemeinsam das bekannte Märchen vom Fischer und seiner Frau, also die Geschichte von der Gier und den Wünschen, die immer neue Wünsche erzeugen.
Nur das Ende ist überraschend anders als im Märchen…

Manntje, Manntje Timpe Te,
Buttje, Buttje, inne See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.

Das ist der Ruf des Fischers am Strand, der den Fisch zurückruft, um ihm die Wünsche der Frau zu sagen. Ihr merkt, das ist plattdeutsch, also der Dialekt der Menschen an der deutschen Küste – kein Wunder bei einer Geschichte, die am Meer spielt. Aufgezeichnet wurde das Märchen, das bis dahin nur mündlich weitergegeben wurde, vor gut 200 Jahren und es wurde berühmt durch die Brüder Grimm und ihre Märchensammlung.
Seit dieser Zeit ist es die Geschichte von der Frau, die nie genug hat, die immer mehr haben will und ihren Mann zum Strand schickt, damit er den Fisch, der in Wirklichkeit ein verzauberter Prinz ist, darum bittet. Und der Mann tut es immer wieder, obwohl er es eigentlich nicht will und die Wünsche maßlos findet. Ein Kind kommt im Märchen übrigens nicht vor. Diese Geschichte ist seither in ganz verschiedenen Varianten und mit ganz verschiedenen Kunstmitteln erzählt worden. Auch Opern wurden schon darüber geschrieben und in diesem Jahr auch ein Musical.

Auch unsere kleine Oper erzählt diese Geschichte, und doch unterscheidet sie sich in drei wesentlichen Punkten von dem ursprünglichen Märchen der Brüder Grimm:
Bei uns ist die Hauptfigur ein Junge, Jakob, der Sohn des Fischer und seiner Frau.
Und weil Jakob vielleicht in eurem Alter ist, sind auch seine Wünsche, bzw. die seiner Mutter, uns viel besser verständlich als die im Märchen. Während die Mutter dort ein Schloß haben will und dann König, Kaiser und Papst werden will, zuletzt Gott selber, sind die Wünsche, die Jakob vorträgt, zuerst leicht zu verstehen, könnten es auch unsere Wünsche sein.