{"id":955,"date":"2013-05-03T15:53:44","date_gmt":"2013-05-03T13:53:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wanderoper.de\/?p=955"},"modified":"2015-11-13T17:50:11","modified_gmt":"2015-11-13T16:50:11","slug":"rezension-zur-weisen-rose","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wanderoper.de\/?p=955","title":{"rendered":"Rezension zur \u201eWei\u00dfen Rose\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 29.04.2013 erschien in der <a href=\"http:\/\/www.moz.de\/artikel-ansicht\/dg\/0\/1\/1142070\/\">M\u00e4rkischen Oderzeitung<\/a> der folgende Artikel zur Premiere der Inszenierung \u201eWei\u00dfe Rose\u201c (Text von Jens Sell, Bild von S\u00f6ren Tetzlaff).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-959\" src=\"http:\/\/wanderoper.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Wanderoper-Weisse-Rose-Premierenkritik-MOZ1.jpg\" alt=\"Wanderoper-Weisse-Rose-Premierenkritik-MOZ\" width=\"550\" height=\"317\" srcset=\"http:\/\/wanderoper.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Wanderoper-Weisse-Rose-Premierenkritik-MOZ1.jpg 550w, http:\/\/wanderoper.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Wanderoper-Weisse-Rose-Premierenkritik-MOZ1-300x172.jpg 300w, http:\/\/wanderoper.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Wanderoper-Weisse-Rose-Premierenkritik-MOZ1-250x144.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/p>\n<h3>Zentrale Botschaft \u201eWachbleiben!\u201c<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bad Freienwalde (MOZ) Bewegend und ber\u00fchrend, aber auch anstrengend. So charakterisieren Zuschauer nach der Premiere das aktuelle St\u00fcck der Wanderoper Brandenburg &#8222;Wei\u00dfe Rose&#8220;. Komponist Udo Zimmermann wertete die Auff\u00fchrung als gro\u00dfartig.<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als 200 Inszenierungen der Oper &#8222;Wei\u00dfe Rose&#8220; von 1968, 1986 \u00fcberarbeitet zu &#8222;Szenen f\u00fcr zwei S\u00e4nger und 15 Instrumentalisten&#8220; gibt es bereits. &#8222;Ich habe schon \u00fcber 100 gesehen und bin sehr ger\u00fchrt&#8220;, sagte Komponist Udo Zimmermann am Schluss der j\u00fcngsten Premiere im Kurtheater Bad Freienwalde.<\/p>\n<p>Die Instrumentierung mit wenigen Streichern, einem Piano und einem Holzbl\u00e4ser hatte Bernd Wefelmeyer besorgt. Zimmermann, darauf angesprochen, lobte: &#8222;Das ist in der Tat eine Weltpremiere. Sie haben versucht, mit noch weniger mehr zu erreichen, und das ist gelungen&#8220;, und gratulierte dem musikalischen Leiter Peter Aderhold, der vom Keyboard aus dirigierte. Dabei hatte Aderhold an den Tasten gut zu tun. Zimmermanns expressive musikalische Darstellung faschistischer Gewalt in abgehackten, dissonanten Halbt\u00f6nen aus Streichern und Klavier forderte die Musiker und Zuh\u00f6rer gleicherma\u00dfen.<br \/>\nUnd auch die Darsteller werden in dieser Kammeroper bis an die Leistungsgrenze gefordert. Mit gro\u00dfem stimmlichen und k\u00f6rperlichem Aufwand brilliert einmal mehr Nora Lentner. Gestisch sparsamer, aber nicht weniger intensiv Erwin Belakowitsch. Die Zerrissenheit, das blanke Entsetzen mit dem Tod vor Augen, der feste Halt in Gedanken an die Eltern, die Kraft und das Elend derer, die antifaschistischen Widerstand mit dem Leben bezahlten. Mit einem jungen Leben, das die Sch\u00f6nheit der Erde sch\u00e4tzt und preist und auffordert, gegen Barbaren aufzustehen: &#8222;Wachbleiben, Wachbleiben, Wachbleiben!&#8220;, skandiert Belakowitsch. &#8222;Nicht mehr schweigen, nicht mehr schweigen, nicht mehr schweigen&#8220;, rufen beide. Hans Scholl zitierte auch eindringlich die Worte des Vaters: &#8222;Nicht abseits stehen, weil es abseits kein Gl\u00fcck gibt. Weil es ohne Wahrheit kein Gl\u00fcck gibt.&#8220; Librettist Wolfgang Willaschek sch\u00f6pfte seine Verse aus den Tagebuchaufzeichnungen und Briefen der Geschwister Scholl.<br \/>\n&#8222;Wei\u00dfe Rose&#8220; ist kein gef\u00e4lliges, leicht konsumierbares St\u00fcck. Es ist \u00c4onen entfernt von den H\u00f6rgewohnheiten heutiger junger Menschen. Dennoch schade, dass kaum Jugendliche im Kurtheater Platz genommen hatten, dass viele St\u00fchle leer blieben. &#8222;Schwere Kost, sehr anstrengend, aber auf sehr hohem Niveau&#8220;, faste eine \u00e4ltere Besucherin ihren ersten Eindruck zusammen. &#8222;Das ist ein Teil unserer Geschichte und in dieser Form sehr anspruchsvoll umgesetzt&#8220;, sagte Anneliese Terketzki aus Bad Freienwalde.<br \/>\nKulturstaatssekret\u00e4r Martin Gorholt (SPD) w\u00fcrdigte das hartn\u00e4ckige Bem\u00fchen der Wanderoper Brandenburg mit Intendanten Arnold Schrem an der Spitze, zeitgen\u00f6ssisches Musiktheater in die Schulen zu bringen: &#8222;Es ist Teil der kulturellen Bildung, und angesichts des Mangels an festen Theatern gerade hier im l\u00e4ndlichen Raum ist eine Wanderoper die ideale Methode, die Schulen und Sch\u00fcler damit zu erreichen.&#8220; Nach dem Premierenapplaus mit Bravo-Rufen sah sich Gorholt mit der eindringlichen Forderung konfrontiert: &#8222;Das St\u00fcck ist so gut gemacht und so aktuell, das m\u00fcsste durch die ganze Republik ziehen!&#8220; Der sie erhob, war Christoph Felsenstein. Als Sohn des legend\u00e4ren Intendanten der Komischen Oper Berlin, Walter Felsenstein, ist er auf dem Theater gro\u00dfgeworden und hatte zun\u00e4chst Schauspieler gelernt und als solcher vor allem beim Fernsehen gearbeitet. Sp\u00e4ter wechselte er gr\u00fcndlich das Fach und wurde Kapit\u00e4n auf gro\u00dfer Fahrt. &#8222;Ich bin begeistert von der Auff\u00fchrung&#8220;, sagte Felsenstein nach dem Schlussapplaus, und, an Martin Gorholt gewandt: &#8222;Sie haben die F\u00f6rdermittel sehr gut angelegt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29.04.2013 erschien in der M\u00e4rkischen Oderzeitung der folgende Artikel zur Premiere der Inszenierung \u201eWei\u00dfe Rose\u201c (Text von Jens Sell, Bild von S\u00f6ren Tetzlaff). Zentrale Botschaft \u201eWachbleiben!\u201c &nbsp; Bad Freienwalde (MOZ) Bewegend und ber\u00fchrend, aber auch anstrengend. 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